Gebäude & Historie

Die Stadtbibliothek Goslar ist in dem schönen Patrizierhaus in der Marktstraße 1 untergebracht. Das Haus wurde 1526 erbaut und gehört zum Weltkulturerbe Goslar. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich die Marktkirche St. Cosmas und Damian, der Schuhhof, der Marktplatz und das Rathaus. Es ist ein bemerkenswertes Haus aus dieser Zeit. Der fünfseitige Erker und die auffallend mit Pflanzen, Figuren und einem Bläker reich verzierte Dälentür, werden häufig als besonderes Fotomotiv von den Touristen fotografiert. 1881 werden die Fachwerk-Gebäude Marktstraße 1 und Marktstraße 1A baulich vereinigt und zu einem großen Gebäudekomplex erschlossen.

Der Eigentümer der Fachwerkhäuser Marktstraße 1 und 1A plante zu Anfang des 20. Jahrhunderts, sein hier befindliches Textilgeschäft zu einem Kaufhaus zu erweitern. Dafür werden weitreichende Umbauten geplant, es wird sogar über einen Totalabriss nachgedacht.

2018 Eingang Sporthalle
Interimsquartier Stadtbibliothek Goslar

Um dies zu verhindern erwirbt der Magistrat der Stadt Goslar weitsichtig, teils durch Ankauf, teils auf dem Tauschweg gegen ein Haus in der Breiten Straße (hier befindet sich heute die Kaiserpassage), die Gebäude. Die durch Ladeneinbauten bereits stark verstümmelten Erdgeschosspartien werden wieder hergestellt.

Seitdem wird das Gebäude für die städtische Verwaltung genutzt, u.a. die Polizei, das Einwohnermeldeamt und das Standesamt. 1919 zieht die Stadtbibliothek ebenfalls in das Gebäude Marktstraße 1 ein. Heute befindet sich im Erdgeschoss und im 1 Obergeschoss die Stadtbibliothek Goslar. In den oberen Geschossen ein Teil der städtischen Verwaltung.

Das Besondere: eine der ehemaligen Gefängniszellen des damaligen Polizeiamtes ist heute zu einer liebevollen, gemütlichen Lesezelle für die ganz kleinen Bibliothekskunden mit Wickeltisch umfunktioniert worden. Und wenn man ganz genau hinsieht, kann man noch heute durch das kleine Guckloch der alten Gefängnistür durchschauen… (Verfasser: Thomas Moritz)

Im Jahr 2016 erwirbt die Hoteliersfamilie Prien das Haus und baut es zu einem Hotel um.

Die Bibliothek zieht im Oktober 2017 in die Sporthalle der ehemaligen Hauptschule Kaiserpfalz, Königstraße 2 - 4. Hier hat sie ihr vorläufiges Domizil bis zur Fertigstellung der neuen Räumlichkeiten im Kulturmarktplatz.

 

Wesentliche Daten der Bibliothekshistorie

1919 Am 1. Dezember 1919 wird in der Marktstr. 1 die Stadtbücherei zusammen mit einer städtischen Lese- und Wärmehalle eröffnet. Die Wärmehalle ist nur den Männern vorbehalten. Trotz des anfänglich geringen Bestandes und einer Leihgebühr ist das Interesse bei der Bevölkerung groß.
1933 Die Stadtbücherei wird der Aufsicht der "Staatlichen Beratungsstelle für das volkstümliche Büchereiwesen" unterstellt. Die Ausleihe geht zurück und erreicht 1938 ihren Tiefstand.
1945 Das Kriegsende wird zur entscheidenden Wende für die Stadtbücherei. Die Lesehalle wird aufgelöst und die Räumlichkeiten der Stadtbücherei zugeordnet.
1950 Die erste Dipl.-Bibliothekarin wird eingestellt. Der Bestand vergrößert sich von 8.700 Bände auf 28.500.
1955 Nach jahrelanger Arbeit ist der Gesamtkatalog aller in Goslar im öffentlichen Besitz befindlichen Bücher aufgestellt und diese somit allgemein zugänglich gemacht.
1972 Die Stadt Goslar eröffnet eine Zweigstelle in Jürgenohl. Im Jahr 2004 wird die Zweigstelle geschlossen und ehrenamtlich weitergeführt.
1992 Die zweite Zweigstelle wird in Oker eröffnet. Im Jahr 2004 wird die Zweigstelle geschlossen und ehrenamtlich weitergeführt.
1993 Die Einführung der Bibliothekssoftware allegro ist eine gewaltige Umstellung vom Zettelkatalog zum Online-Katalog. Ab jetzt läuft die gesamte Ausleihe nur noch über den PC.
1995 Die Brieger Heimatstube zieht aus der Marktstr. 1. aus. Die Räumlichkeiten der früheren Brieger Stube werden Büroräume der Stadtbibliothek.
2000 Die Stadtbibliothek verfügt über 32.000 Medien. Ihr Angebot ist multimedial und entspricht den Lebenslagen Schule, Beruf, Familie, Lebenshilfen, Bauen, Garten, Reisen, Gesundheit, Freizeitgestaltung.
2004 Die Stadtbücherei wird zur Stadtbibliothek umgenannt und hat sich zum zentralen Kommunikationszentrum der Stadt entwickelt. Das vielfältige Leseförderungsprogramm " Leselust" mit bibliothekspädagogischen Klassenführungen wird herausgegeben.
2006 Im Sommer 2006 bewirbt sich die Stadtbibliothek um die Teilnahme zum Sommer-Lese-Club "Julius-Club". Seitdem findet jedes Jahr das abwechslungsreiche Leseprogramm statt.
2009 Die Stadtbibliothek ist die erste Bibliothek in der Region, die e-books zur Ausleihe anbietet. Im Verbund NBib24 werden mehr als 17.000 Medien bereitgestellt.
2011 Das Leseförderungsprogramm wird erweitert. "Lesestart Niedersachsen" ist für die ganz Kleinen der Einstieg zum Buch.
2012 In Kooperation mit der FreiwilligenAgentur Goslar wird der Stammtisch der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Stadtbibliothek ins Leben gerufen.
2013 Die Stadtbibliothek hält als einzige Bibliothek in der Region mobile Auskunftsdienstleistungen bereit. Die lizensierten Datenbanken sind über die Kundenkarte kostenlos zu nutzen.
2014 Im Oktober gründen Bürger und Bürgerinnen den Förderverein der Stadtbibliothek Goslar. Mit ihrem Engagement wollen sie die Arbeit der Bibliothek unterstützen.
2015 Die Homepage der Stadtbibliothek wird grundlegend erneuert. Angebote, Neuerscheinungen und Lesetipps sind ab sofort im responsive Design (kompatibel für Smartphone, Tablet und PC) verfügbar.
2016 In diesem Jahr erwirbt die Hoteliersfamilie Prien das Haus und baut es zu einem Hotel um.
2017 Im Oktober zieht die Bibliothek in die Sporthalle der ehemaligen Kaiserpfalzschule, Königstr. 2 - 4.